Flashback: Pink Floyd 16.6.1989 Hamburg, Festwiese im Stadtpark

Von Thomas Pankow

Schon wieder jährt sich ein sehr lange zurückliegendes Konzert.

Nachdem ich 1988 Pink Floyd in neuer Besetzung in Hannover anlässlich ihrer Momentary Lapse Of Reason Tour sehen durfte, war ich schon überrascht, dass die Tour auch 1989 noch weiter ging und meine Lieblingsgruppe nochmals in den Norden kommen sollte. Also fuhr ich nach der Ankündigung und dem Beginn des Vorverkaufs nach Hamburg und kaufte mir im „Kartenhaus“ in der Schanzenstraße 2 Tickets für das Konzert am Freitag, den 16. Juni 1989.

Dem Tag fieberte ich nach dem Hannover Konzert im Vorjahr schon sehr entgegen, sollte es doch die zweite Möglichkeit sein nach The Wall in Dortmund 1981 auch andere Pink Floyd Songs live zu erleben.

Ich fuhr bei bestem Wetter (Sonne, zeitweise etwas bewölkt und etwa 23 Grad) am Nachmittag mit meiner damaligen Freundin in meinem Mercedes /8 240D nach Hamburg. Unweit des Stadtparks fanden wir einen Parkplatz in fußläufiger Nähe der Festwiese. Nach dem Einlass (ungefähr 5 Uhr nachmittags) war schon einiges los und der Platz füllte sich allmählich zunehmend. Zunächst verbrachten wir die Zeit des Wartens mit einigen Freunden am Rand des Platzes in Nähe der Trinkstände.

Später, beim Versuch in der Menge etwas weiter vor die Bühne zu gelangen, wurde es doch sehr eng. Die Leute standen überwiegend dicht zusammen, ein Durchkommen war schwierig. In Hannover war es deutlich entspannter und man hatte mehr Platz für sich. Wie auch immer. Vielleicht hätte ich mich früher um einen besseren Platz kümmern müssen. So konnte ich das Konzert aus etwas größerer Entfernung erleben.

Die Lichtverhältnisse waren für die Lightshow anfangs nicht optimal, dies änderte sich naturgemäß im Verlauf. Die Stimmung beim Konzert habe ich als sehr gut in Erinnerung behalten und die inzwischen neuen vertrauten Songs des neuen Albums kamen gut rüber. Wie schon in Hannover waren die Highlights der magische Opener Shine On, die Momentary Lapse Songs und natürlich die alten Floyd-Klassiker, dabei herausragend für mich The Great Gig In The Sky, Welcome To The Machine und Us And Them sowie natürlich Comfortably Numb und Run Like Hell mit dem am Ende Funken sprühendem Mr. Screen.

Vom Drumherum war das Hamburger Konzert für mich etwas anstrengender, aber natürlich will ich auch dieses Pink Floyd Erlebnis nicht missen.

Konzert-Statistik:

  • Tournee: Another Lapse Of Reason
  • Spielstätte: Festwiese im Stadtpark
  • Plätze: 50.000
  • Adresse: Stadtpark, Hamburg
  • Tickets: 51 DM
  • Einlass: 17:00 Uhr | Showtime: 21:00 Uhr

Pink Floyd:

  • David Gilmour: Guitars, Vocals
  • Nick Mason: Drums, Percussion
  • Rick Wright: Keyboards, Vocals

With:

  • Jon Carin: Keyboards, Vocals
  • Tim Renwick: Guitars, Backing Vocals
  • Guy Pratt: Bass, Vocals
  • Gary Wallis: Percussion, Keyboard, Backing Vocals
  • Scott Page: Saxofon, Guitar
  • Lorelei McBroom: Backing vocals
  • Durga McBroom: Backing vocals
  • Rachel Fury: Backing vocals

Setlist:

Set 1: A MOMENTARY LAPSE OF REASON

  • Intro: Soundscape ca. 20 Minuten
  1. Shine on You Crazy Diamond (Parts 1–5) 11:58
  2. Signs of Life 4:16
  3. Learning to Fly 6:18
  4. Yet Another Movie (Round and Around) 7:14
  5. A New Machine (Part 1) 1:25
  6. Terminal Frost 6:16
  7. A New Machine (Part 2) 0:32
  8. Sorrow 11:00
  9. The Dogs of War 8:38
  10. On the Turning Away 9:33

Set 2:

  1. One of These Days (fliegendes Schwein) 7:36
  2. Time 5:42
  3. On the Run (fliegendes Bett) 3:42
  4. The Great Gig in the Sky 5:05
  5. Wish You Were Here 4:40
  6. Welcome to the Machine 8:35
  7. Us and Them 7:29
  8. Money 12:10
  9. Another Brick in the Wall (Part 2) 5:00
  10. Comfortably Numb 11:26 (Mirrorball)

Encores:

  1. One Slip 7:00
  2. Run Like Hell 9:10 (Firework)

7 Antworten

  1. Avatar Jan Michael Käßemodel sagt:

    Ich bin als 15jähriger, wie die Jungfrau zum Kind kam, bei dem legendären Konzert gewesen. Ein Freund fragte mich, ob ich mitkommen wollte. Von Pink Floyd kannte ich bisher nicht viel, bis auf die bekanntesten Stücke. Die Menschenmassen waren überwältigend- jedoch eine extrem entspannte Stimmung. Dann fing das Konzert an. Ich war geflasht. So was beeindruckendes hatte ich bisher nicht gesehen. Ein Sound, der dein Körper wibrieren ließ, eine Lasershow der Superlative. Es war so derartig beeindruckend. Von da an trage ich diese beeindruckende Band in meinem Herzen. Zwei mal durfte ich danach noch on den Genuss zu einem pink floyd Konzert gehen zu dürfen. Immer ein Erlebnis…. Gruß Jan aus Kisdorf

  2. Avatar Ralf sagt:

    Danke Thomas für deinen Bericht. Ich war damals mit einem Kumpel da und erinnere mich, dass die Soundqualität auf der Festwiese nach meinem Empfinden deutlich schlechter war als bei den Shows in den Stadien und Hallen ein Jahr zuvor. Wir waren allerdings auch weiter hinten. Trotzdem eine schöne Erinnerung an meine einzige 1989er Pink Floyd Show nach 4x in 1988 (auch Hannover, 2x Dortmund und München)

  3. Avatar Manfred M. sagt:

    Die Soundquali war gut…..war ungefähr in der Mitte des Parks.
    89 haben sie noch um ihr Leben gespielt….Numb war sensationell.
    Auf meinem Bootleg wurde da ausgeblendet.

  4. Avatar Jöeg sagt:

    Ich fand es im Stadtpark deutlich schlechter als das Jahr davor in Hannover. Der Sound in der Mitte, etwas weiter hinten war nicht so optimal, teilweise hat man die Zuschauer mehr als Pink Floyd gehört. Der Sound im Niedersachsenstadion war im Vergleich zum Stadtpark, Hifi-Anlage zu Kofferradio. Ich fand es ganz ok, aber in Hannover war der Hammer, der Bass wummerte, der Sound schön klar und die Lightshow wirkte auch besser.

  5. Avatar Thomas P. sagt:

    Der Sound war in der Tat sehr unterschiedlich, je nachdem wo man sich aufgehalten hatte. Mittig, weiter vorne war sicher am besten. Da zollte die Klangqualität dem offenen Gelände seinen Tribut, das Ganze war halt nicht auf die gesamte Festwiese ausgerichtet. Im Stadion wie in Hannover war es nach meinem Erleben und nach Berichten anderer weniger abhängig, wo man sich gerade aufhielt – zumindest im Innenraum.
    Die Menschenmenge in Hamburg überstieg die 50000 offiziell verkauften Karten sicher deutlich. Nach dem Konzert hatte ich gelesen, dass später auch noch viele Fans auf die Festwiese gelangt seien, indem sie Zäune niedergerissen und -getrampelt haben und von ihnen das Gelände gestürmt wurde. Davon habe ich selbst beim Konzert nichts mitbekommen, erklärt für mich aber das spätere Gedränge auf der Wiese.
    Trotzdem, wie schon geschrieben, war ich froh dabei gewesen zu sein.

    • Avatar Petra 28 Dams sagt:

      Wir sind tatsächlich auch über den Zaun obwohl wir eigentlich vor dem Planetarium nur mithören wollten.
      Einer meiner besten Konzerterinnerungen.

  6. Avatar a_willer sagt:

    Mein erster Konzertbesuch …
    Im vorderen linken Bereich hatte ich keine Beschwerden bzgl. des Sounds.
    Für mich war es ein Meilenstein!

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