Wie die Pink Floyd The Wall Tour 1980/81, die Band auseinanderriss

In der neuen Ausgabe des Classic Rock Magazins Nummero 357 geht es ausführlichst um die The Wall Tour von Pink Floyd.
Pink Floyd: The inside story of the tour that killed the band
Was für ein zwischenmenschliches Drama, das sich zwischen den einstigen psychedelischen Improvisatoren abspielte. Am Ende der 1980/81 The Wall Tour wurde Rick Wright »hinausgeschmissen«.
NICK MASON: Steve O’Rourke wurde auf seiner Überfahrt in die USA von Roger angerufen und beauftragt, Rick aus der Band zu feuern, bevor er, Roger, nach L.A. käme, wo das Album abgemischt werden sollte. Rick konnte noch als Sessionmusiker bei den Wall-Shows mitspielen. Danach aber sollte er nicht mehr zur Band gehören.(…) Anstatt zu kämpfen, stimmte Rick dieser Entscheidung zu, vielleicht sogar ein wenig erleichtert. (…) Und wie wir alle machte er sich Sorgen über die finanziellen Folgen, falls wir das Album nicht fertigstellten. Wie sich zeigen sollte, profitierte Rick von seiner Entscheidung; als bezahlter Musiker bei The Wall war er der Einzige, der bei den Konzerten Geld verdiente.
ROGER WATERS: Steve O’Rourke hat Rick in Griechenland aufgespürt, und Ricks Botschaft lautete: „Sag Roger, er soll sich verpissen“. Also habe ich ihm ein Ultimatum gestellt: Entweder er tut, was ihm gesagt wurde, stellt die Platte fertig, behält seinen vollen Anteil an den Tantiemen und verschwindet danach still und leise, oder ich würde ihn vor Gericht sehen. Er hat sich sehr klugerweise für die erste Option entschieden.
DAVID GILMOUR: Ich habe Roger von einer Telefonzelle in Chapelizod, etwas außerhalb von Dublin, angerufen. Ich sagte: „Das kannst du nicht machen. Rick ist schon von Anfang an in der Band. Wenn dir das nicht passt, hast du nur eine Wahl: auszusteigen. Es geht nicht darum, jemanden rauszuschmeißen. Du lässt es doch viel zu persönlich werden, oder?“ Was Roger geantwortet hat, werde ich nicht wiedergeben. (Quelle: Mark Blake)
In Mark Blakes Biografie Comfortably Numb: The Inside Story of Pink Floyd wird diese hitzige Episode detailliert beschrieben.
Waters gab Gilmour kontra und weigerte sich strikt, einzulenken. Seine Antwort auf Gilmours Einwand war ein gnadenloses, geschäftlich motiviertes Ultimatum, das Gilmours moralisches Argument komplett aushebelte.
ROGER WATERS: Mir ist scheißegal, wie lange er schon dabei ist. Rick blockiert die Fertigstellung dieses Albums. Und wenn du dich weigerst, ihn rauszuschmeißen, dann werde ich das gesamte Album The Wall als mein Soloalbum veröffentlichen – und ihr werdet keinen einzigen Cent sehen.
Die Konsequenzen dieses Gesprächs Gilmours Einknicken: Gilmour versuchte zwar, Wright zu verteidigen, stand aber mit dem Rücken zur Wand. Da die Band durch Fehlinvestitionen ihrer Finanzberater (Norton Warburg) vor dem Bankrott stand, brauchten alle Mitglieder dringend die Tantiemen von The Wall. Gilmour musste einsehen, dass Waters bereit war, die gesamte Band mit in den Abgrund zu reißen, um seinen Willen durchzusetzen.
Nach The Wall folgte 1983, das erste und letzte Wright-lose Album mit dem Titel The Final Cut. 1985 flog die schriftliche Kündigung von Roger Waters durch die Briefschlitze von Plattenfirma und Management. Das alles hat Pink Floyd ein Stück weit auseinandergerissen aber nicht für lange. Der Reboot von Pink Floyd durch David Gilmour und Nick Mason mit der Rückkehr von Wright sorgte für weitere glorreiche Kapitel. Was für Geschichten, die allesamt zur Legendenbildung einer der erfolgreichsten Rockbands beitrugen.
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Rick wurde doch schon 1979 von Waters aus der Band rausgeworfen, oder? Und dann nahm Rick als “Gastmusiker” an der Tournee teil und verdiente im Gegensatz zu den Ex-Kollegen gutes Geld dabei …
1979/80/81 war er dabei, als sie im Juli 1982 ins Studio gingen wegen The Final Cut, war er kein Mitglied mehr von Pink Floyd.
Ich glaube um das gute Geld ging es da nimmer mehr, das half ihm vielleicht ein wenig in seiner Argumentation, wenn er darauf angesprochen wurde.
Das alles war schon sehr schlimm für ihn – sicher auch das Mason und Gilmour sich nicht ausreichend für ihn einsetzten usw. … nicht schön. Aber sie konnten das später wiedergutmachen!
Rick war bei dem Album The Wall (1979) noch Mitglied von Pink Floyd. Bei den Live-Shows 1980 und 1981 war er kein Mitglied mehr, sondern “lediglich” bezahlter Musiker. Natürlich war er auch 1982 bei The Final Cut nicht mehr dabei. Nach Waters Ausstieg 1985 sprang er aber erst recht spät auf den Zug von A Momentary Lapse Of Reason auf und wurde erst später wieder Mitglied von Pink Floyd.
Gibt es ein »offizielles« Datum, ab wann er kein Pink Floyd Member mehr war? Ich weiß nicht, ob er 80/81 kein Mitglied, mehr gewesen ist. Dass er bezahlt wurde, ja, das ist bekannt, aber war er, sagen wir nur mehr Gast? Natürlich war er emotional noch ein Floyd – das muss schon sehr krass ihn gewesen sein … aber nachdem die Stimmung auch nicht so gut war, Backstage etc. fiel es ihm leichter, The Final Cut wird ihn wieder ordentlich getriggert haben.
Gilmour about Momentary: 1986 trafen wir uns mit Rick auf der Astoria! … Es herrschte ein Gefühl von Freiheit und Optimismus.
Wrights Rauswurf wurde wohl geheimgehalten und war nur dem engsten Kreis bekannt. Man wollte für die Wall-Tour die Fassade aufrechterhalten und keine Unruhe. Somit gibt es auch kein offizielles Datum für den Rauswurf. Es müsste der Tag gewesen sein, an dem Waters den Rauswurf erzwungen und dafür Gilmours und Masons Zustimmung bekommen hat. Welch skurrile Situation! Du fliegst aus deiner Band, spielst aber trotzdem bei der Tour mit. Eigentlich hätte Wright sagen müssen: “Ihr könnt mich mal!” Was hat ihn bewogen, die Wall-Tour zu spielen? Wirklich nur die Kohle?
Wenn man bedenkt, dass Waters sich während der Wall-Shows völlig von den anderen isoliert und in anderen Hotels gewohnt hat, ist es geradezu ein Wunder, dass TFC noch erschienen ist. Die Atmosphäre muss der des Nordpols geglichen haben.
…The neverending Story… alle Jahre wieder kommen neue Geschichten,Storys und vielleicht auch Fakten zum WALL Album.All das ist nahezu fünfzig Jahre her,und keiner von uns war im Studio oder sonst wo dabei und weiß was wirklich passiert ist.Ich denke aber das Roger Waters eine sehr extrem dominante Person war und ist,was auch von David Gilmour und sogar vom engen Waters Freund Nick Mason oft erklärt und bestätigt wurde.Und ich stimme Werner zu,es muss eine schlimme Zeit für Rick Wright gewesen sein,die glaube ich schon vor THE WALL begann.Später,bei der MOMENTARY … und der DIVISION BELL Tour,und auch bei den Solo Tourneen von Gilmour sah man ihm deutlich an wie befreit und zufrieden er wieder war.Schade das er so früh gehen musste,ich bin mir sicher wir hätten noch sehr viel gute Musik und schöne Live Momente von ihm bekommen.
..na denn
Liebe Grüße
Mattes
Andy Bown (der damals noch nicht “offizielles” Mitglied bei STATUS QUO gewesen ist!) war für Rick dann im Einsatz!
…Andy Bown ?..der war nur als Gastmusiker in der Surrogate Band,zusammen mit vielen anderen…und das wars dann aber auch .
Das stimmt nicht, Andy Bown stand auch mit “Floyd” auf der Bühne(unter anderem spielte er Bass für Roger Waters!)! Und sorry…, natürlich nicht als Ersatz für Rick Wright, der ja auf der Tour(auch wenn nur als “engagierter” Mietmusiker!) anwesend war!
In Mark Blakes Biografie [Comfortably Numb: The Inside Story of Pink Floyd](wikipedia.org Floyd) wird diese hitzige Episode detailliert beschrieben.
Roger Waters gab David Gilmour kontra und weigerte sich strikt, einzulenken. Seine Antwort auf Gilmours Einwand war ein gnadenloses, geschäftlich motiviertes Ultimatum, das Gilmours moralisches Argument komplett aushebelte.
Waters entgegnete sinngemäß: „Mir ist scheißegal, wie lange er schon dabei ist. Rick blockiert die Fertigstellung dieses Albums. Und wenn du dich weigerst, ihn rauszuschmeißen, dann werde ich das gesamte Album The Wall als mein Soloalbum veröffentlichen – und ihr werdet keinen einzigen Cent sehen.“
Die Konsequenzen dieses Gesprächs Gilmours Einknicken: David Gilmour versuchte zwar, Wright zu verteidigen, stand aber mit dem Rücken zur Wand. Da die Band durch Fehlinvestitionen ihrer Finanzberater (Norton Warburg) vor dem Bankrott stand, brauchten alle Mitglieder dringend die Tantiemen von The Wall. Gilmour musste einsehen, dass Waters bereit war, die gesamte Band mit in den Abgrund zu reißen, um seinen Willen durchzusetzen.
Heftig! Hatte ich auch so nicht mehr am Start! Danke, habe deine ERgänzungen oben übernommen!
Nick schildert die Entwicklung in “Inside Out” (S.247) wie folgt: Steve O’Rourke wurde auf seiner Überfahrt in die USA von Roger angerufen und beauftragt, Rick aus der Band zu feuern, bevor er, Roger, nach L.A. käme, wo das Album abgemischt werden sollte. Und weiter: “Rick konnte noch als Sessionmusiker bei den Wall-Shows mitspielen. danach aber sollte er nicht mehr zur Band gehören.(…) Anstatt zu kämpfen, stimmte Rick dieser Entscheidung zu, vielleicht sogar einwenig erleichtert. (…) Und wie wir alle machte er sich Sorgen über die finanziellen Folgen, falls wir das Album nicht fertig stellten. Wie sich zeigen sollte, profitierte Rick von seiner Entscheidung; als bezahlter Musiker bei The Wall war er der Einzige, der bei den Konzerten Geld verdiente.”
Danke Gerd, habe ich auch noch eingefügt!