David Gilmour ließ in München Intro von „Shine On” mit Weingläsern spielen
Von Klaus Schneider
Der Auftritt auf dem Königsplatz war, wie zu erwarten, ein schönes Erlebnis. Auch der ca. 20-minütige Platzregen, der während Shine On begann und zu Fat Old Sun aufhörte, konnte die Begeisterung nur ein wenig trüben. Die Setliste war identisch mit der von Clam, bis auf ein Experiment: David kündigte Shine On damit an, dass man nun ruhig sein solle wegen einer Premiere. Dick Parry, Phil Manzanera und Guy Pratt würden nämlich die ersten Töne auf unterschiedlich gefüllten Weingläsern spielen! Und das taten sie dann auch, der Synthesizer von Rick setzte erst später ein. Diese Töne waren der bekannten Gänsehaut-Eröffnung durch die Synthy-Klänge sogar näher als die auf dieser Tour sonst durch David erzeugten Klänge mittels Pedal.
Polly Samson war auch da mit den Kindern und machte einige Fotos. Bei der Ansage zu Coming Back to life hat er sie auch erwähnt und ihr diesen Song gewidmet. Erwähnenswert ist noch, dass David einige Ansagen in deutscher Sprache machte (sehr gut übrigens), das Publikum zu einem Happy Birthday für Ricks einen Tag zurückliegenden Geburtstag animierte und vor allem, dass er sich zum Schluss verabschiedete mit: »Maybe see you again one of these days. Who knows?« Das lässt doch hoffen, nicht unbedingt nur auf ein weiteres Solo-Konzert.
Mein Gespräch mit Claudia Fontaine
von Uwe Sailer
Am 29. Juli habe ich mir – nachdem ich bereits in Frankfurt war-das Gilmour Konzert in München angeschaut. Zunächst war ich ziemlich verärgert, dass das Konzert so früh (19.30 Uhr) begann. Bei Roger Waters in Berlin war das auch schon so. Für mich geht hier ein besonderer Aspekt eines Konzerts verloren, wenn dieses bei Tageslicht stattfindet. Der erste Teil des Gilmour Konzerts ging dann auch relativ uninspirierend vorüber. Allerdings war es ganz interessant zu sehen, dass Polly Samson sich mit einem Ihrer Kinder im Mischpultbereich aufhielt. Sie unterhielt sich mit einer weiteren Frau – Claudia Fontaine.
Da ich mir die »neue« Setlist (Klam) bewusst nicht vorher angeschaut hatte, ging ich davon aus, dass wir im 2. Teil »The Great Gig in the Sky« hören werden. Diese Hoffnung hat sich allerdings nicht erfüllt. Allerdings hat sich das Konzert im 2. Teil durch die Dunkelheit und durch den starken Regen (ja auch durch den!) zum Besseren gewendet. Wir saßen nicht mehr auf unseren unbequemen Klappstühlen, sondern standen neben dem Mischpult, wo wir durchgenässt – aber für mich mit einem sehr emotionalen Gefühl – Fat old sun, High Hopes und ein tolles Echoes verfolgen konnten.
Nach dem Konzert habe ich dann noch mal Claudia Fontaine gesehen und kurz mit Ihr sprechen können. Ich habe Sie gefragt, warum Sie denn nicht beim Konzert dabei. Claudia war sehr nett und ich hatte den Eindruck, Sie freute sich, dass ich Sie erkannt habe?? Sie hat dann gesagt, dass sie erst heute in München eingetroffen sei. Auf meine Frage hin, ob Sie bei den weiteren Gilmour Konzerten auftreten wird, hat Sie gesagt, dass sie in der Tourband von Robbie Williams dabei ist und dieser in ein paar Tagen in München auftreten werde.
Leider habe ich dann selbst das Gespräch beendet. Ich hätte im Nachhinein doch noch einige interessante Fragen stellen können. Chance verpasst. Man sollte für diese Gelegenheiten einfach besser vorbereitet sein.
Von Damian Kurzawa
Zum Konzert muss man, glaube ich, nicht viel sagen, unvergesslich schön, einfach genial. Dave hat’s uns mal wieder gezeigt was er drauf hat. 🙂 Perfekte Show, Perfekte Musik, Ich muss zugeben, mir gefiel es ein Stück besser als beim Auftakt in Dortmund.
Konzert-Statistik:
- 8.000 Besucher
- Open Air
- Erstmals wurde »Shine on you crazy Diamond« Intro von Pratt, Manzanera und Parry mit Weingläsern gespielt
- Wie in Burg Clam spielte Gilmour »Dark Globe« und »Astronomy Domine«
- 2. Teil des Konzerts gab es ein Gewitter mit 30 Minuten Regenschauer
- Nächstes Konzert: 31.7.2006 Vienne
- Vorheriges Konzert: 27.7.2006 Burg Clam
Band:
- David Gilmour: Guitars, Saxofon
- Rick Wright: Keyboard, Vocals
- Phil Manzanera: Guitars, Wineglasses
- Guy Pratt: Bass Guitar, Guitar, Wineglasses
- Jon Carin: Keyboard, Guitar, Vocals
- Steve DiStanislao: Drums, Vocals
- Dick Parry: Saxofon, Wineglasses
Songliste:
Set 1
- Speak To Me
- Breathe
- Time
- Breathe Reprise
- Castellorizon
- On An Island
- The Blue
- Red Sky At Night
- This Heaven
- Then I Close My Eyes
- Smile
- Take A Breath
- A Pocketful Of Stones
- Where We Start
Set 2
- Shine On You Crazy Diamond (Wineglass Intro)
- Astronomy Domine
- Dark Globe
- Fat Old Sun
- Coming Back To Life
- High Hopes
- Echoes
Encores
- Wish You Were Here
- Comfortably Numb


















Niemals in meinem Leben werde ich dieses Konzert vergessen. Nicht nur, dass es mein erstes Gilmour-Solo-Konzert war, sondern auch wegen des Platzregens und Davids Ansage, dass wenn dieser nach Astronomy Domine nicht aufhören sollte, er das Konzert leider abbrechen müsse. Glücklicherweise hörte es aber fast wie auf Zuruf auf zu regnen, weshalb ich dann wenig später das erste Mal Echoes live erleben durfte. Was für eine wunderschöne Version, die er zusammen mit Rick dargeboten hat. Für dieses Erlebnis bin ich heute noch, 20 Jahre später, immer noch mehr als dankbar. Bemerkenswert war übrigens auch nach Shine On sein auf deutsch gesagtes “Auf Wiedersehen” zu Besuchern, die wohl wegen des Regens das Konzert vorzeitig verließen. Selbst schuld, denn neben den anderen Highlights haben sie dadurch vor allem Echoes verpasst, ich gönnte es ihnen.
Auch bei mir war es mein erstes Gilmour-Konzert und es sollte nicht das Letzte gewesen sein. Bis auf den Umstand, dass es zu Beginn des Konzerts zu hell war, habe ich es bis zu Schluss genossen. Glücklicherweise war der Regen vorhergesagt und so ich habe mir beim Kaufhof einen durchsichtigen Regenumhang für 2,99 Euro gekauft um nicht vollständig durchnäßt nach Hause zu fahren. Das Teil habe ich heute noch. Echoes live zu erleben war für mich grandios.