Roger Waters startete in Toronto The Wall Live, das größte Rock-Spektakel aller Zeiten
In Toronto startete das größte Rock-Spektakel aller Zeiten: Nach 29 Jahren bringt Roger Waters The Wall wieder auf Tour als brisant-politische Multimedia-Show. Schon nach nur fünf Minuten gab es hunderte Explosionen, fahnenschwingende Propaganda-Soldaten auf Hebebühnen und ein Flugzeug, das nach Flug über das Publikum in einer Mauer explodierte. 29 Jahre nach dem Pink Floyd Ende bringt Roger Waters die Musik-Legende The Wall wieder auf Tour. Am Mittwoch wurde beim Tourstart im Air Canada Centre in Toronto schon beim Eröffnungssong »In The Flesh« der Mythos von der größten Show aller Zeiten bei weitem übertroffen.
Von Thomas Zeidler
Anfang der 80er aufgrund der Komplexität weltweit nur in vier Orten technisch möglich stellt The Wall anno 2010 alle Konzert- und Show-Erlebnisse in den Schatten. Das 50 Millionenfach verkaufte Depri-Epos wird von Waters als Multimedia-Show mit von Avatar-erprobtem 3D-Effekten, riesigen Show-Puppen (Another Brick in The Wall) und einer 72 Meter breiten und 12 Meter hohen Mauer, die während dem ersten Teil der zweistündigen Show zwischen Band und Publikum aufgebaut wird, inszeniert.
The Wall 2010 aktueller und beklemmender denn je!
Lässt Waters als Intro zur deutlich Politischeren The Wall-Version u. a. Show-Obdachlose mit Einkaufswagen und »No Thought Control«-Schildern durch die 20.000 Fans ziehen, so wirkt die 31 Jahre alte Story der Isolation und faschistische Agiatur nun aktueller und beklemmender denn je. Zu Hymnen wie »The Happiest Days Of Our Lives« oder »Another Brick« Part III lässt er Bilder vom Sarkozy, Obama oder Bin Laden über die als Mega-Bildschirm dienende Mauer projizieren. Dazu liefert er zum Welthit »Mother« plakative Wortspiele (Big Mother is watching you) und bedient sich bei »Goodbye Blue Sky« der Logo-Übermacht von Weltkonzernen wie Shell, Mercedes oder Apple (iKill).
So wie in den 80er wird während der zweistündigen Show nur das Kultwerk The Wall dargeboten in seiner vollen Länge und mit epischer musikalischer Freiheit (The Show Must Go On) und keinerlei Zugaben. Neu ist nicht nur die grandiose Symbiose zwischen Musik und Multimedia-Show im 3D-Feeling, sondern auch Waters Auftreten: seine Rolle als faschistisch agierende Erzähler absolviert er nun im Rapper-Outfit mit Kapuzen-Sweater und Sonnenbrille. Nach grandiosem Multimedia-Showdown samt fliegendem Schwein (Run Like Hell) und vom Alan Parker-Film adaptierten Trickfilm-Sequenzen wird die Mauer schließlich zum Einsturz gebracht. Noch bis Ende Juni weltweit in über 100 Städten – nur in Österreich nicht: Für diese Show ist selbst die Stadthalle zu klein!
Konzert-Statistik:
- Tour: The Wall Live 2010
- Termin: 15. September 2010
- Spielstätte: Air Canada Centre
- Besucher: 20.000, sold out
- Adresse: 45 Bay Street, Toronto
- Tickets:
- Einlass: 19:00 Uhr | Showtime: 20:00 Uhr
Band:
- Roger Waters: Vocals, Bass, Guitar, Trompete
- Snowy White: Guitar, Bass
- Dave Kilminster: Guitar, Bass
- Graham Broad: Drums, Ukulele
- G.E. Smith: Guitar, Bass
- Jon Carin: Keyboards, Guitar
- Harry Waters: Keyboards, Harmonica
- Robbie Wyckoff: Lead Vocals
- Jon Joyce: Backing Vocals
- Mark Lennon: Backing Vocals
- Michael Lennon: Backing Vocals (ersetzte Pat Lennon)
- Kipp Lennon: Backing Vocals
Setlist:
Set 1:
- Spartacus Intro
- In The Flesh?
- The Thin Ice
- Another Brick In The Wall, Part 1
- The Happiest days Of Our Lives
- Another Brick In The Wall, Part 2
- Mother
- Goodbye Blue Sky
- Empty Spaces
- What Shall We Do Now
- Young Lust
- One Of My Turns
- Don’t leave Me Now
- Another Brick In The Wall, Part 3
- The Last Few Bricks
- Goodbye Cruel World
Set 2:
- Hey You
- Is There Anybody Out There?
- Nobody Home
- Vera
- Bring the Boys Back Home
- Comfortably Numb
- The Show must Go On
- In The Flesh
- Run Like Hell
- Waiting for The Worms
- Stop
- The Trial
- Outside the Wall
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Das ist der politische Roger, den ich liebe. Seine neuen Dinge nicht so sehr.
Danke für die Erinnerungen.
So ya, thought ya might like to read another old Erfahrungsbericht, i’ve never seen before! In the meantime i know Thomas Zeidler 😎 Nachdem ich die Show 1990 in Berlin eher schlecht als recht genießen konnte (Sound zu leise, etc), war ich in München 2010 vollends begeistert, schwor damals, wenn die Show wiederkommt noch drei weitere anzuschauen, was dann in WIEN, FRANKFURT und BERLIN mit den nicht minder spektakulären Stadionshows verwirklicht werden durfte. Ich kann mit dem Abstand der Jahre nur sagen, Konzerte öfters anzuschauen hämmert alles Erlebte mehr ins Erinnerungskasterl 😉 Zeitloses Meisterwerk. Episch!