Atombetriebener Herzschrittmacher inspirierte Roger Waters zum Pink Floyd Albumtitel »Atom Heart Mother«

Atom Heart Mother, eine weitere Perle des Pink Floyd’schen Universums wurde am 2. Oktober 1970 in UK veröffentlicht. Zwei Wochen später war das neue Pink Floyd Album damals bei uns erhältlich! Bis heute fragte man sich, hmm, wie war das noch mit den Kühen und warum ATOM HEART MOTHER als Titel? Mit Sicherheit steckt da ein größerer Sinn dahinter, oder? Nein, eher kein größerer Sinn, keine geheime Botschaft, sondern viel mehr Zufall, Spontanität und Humor führten zu all dem!

Nachdem das auffällige Kuh-Coverbild festgestanden hatte, fehlte der Band noch ein Titel, und „The Amazing Pudding“ wollte sich einfach nicht durchsetzen.

Storm Thorgerson: Ich glaube, die Kuh steht, was Pink Floyd angeht, für einen Teil ihres Humors, der meiner Meinung nach oft unterschätzt oder über den einfach nicht geschrieben wird.

Am 18. Juli 1970 befanden sich Pink Floyd und Ron Geesin in den „Paris Cinema“-Studios der BBC in der Lower Regent Street, um eine Session für John Peels Reihe „Radio 1 Sunday Concerts“ vorzubereiten (die Aufnahme findet man auf Early Years „Devi/Ation“). Roger Waters hielt keinen der beiden Arbeitstitel für interessant genug und war überzeugt, dass sie vor der Aufnahme am Nachmittag einen besseren Titel bräuchten. Während einer Pause zeigte Geesin auf die Ausgabe des „Evening Standard“ von diesem Tag. „Dein Titel steht da drin“, verkündete er.

Geesin sagte im August 2008 zu Jim Irvin von „The Word“: „Ich habe sehr gemischte Gefühle gegenüber Rockmusik. Ich finde, mein Part verkörpert ein Dilemma zwischen Pro und Kontra. Der Bordun der Gruppe liegt auf der Grundnote E, meine Blechbläser-Bordune ziehen und verdrehen diesen in Spannung, auf und ab, ohne sich jemals darauf festzulegen … das Stück hätte ‚Argument in e-Moll für Bläserensemble und Orchester‘ heißen können.“

Waters blätterte durch die Zeitung, und sein Blick fiel auf einen kurzen Artikel über eine Frau namens Constance Ladell, der gerade ein Prototyp eines Herzschrittmachers implantiert worden war, der Spuren von radioaktivem Plutonium enthielt.

Die Überschrift lautete: „Atom heart mother named“

Tracks:

Side One:

  1. Atom Heart Mother (Mason, Gilmour, Waters, Wright & Geesin) 23:39
    a) Father’s Shout 5:25
    b) Breast Milky 4:47
    c) Mother Fore 5:16
    d) Funky Dung 2:20
    e) Mind Your Throats Please 1:57
    f) Remergence 3:54

Side Two:

  1. If (Waters) 4:30
  2. Summer ’68 (Wright) 5:28
  3. Fat Old Sun (Gilmour) 5:23
    • Gilmour spielt Drums
  4. Alan’s Psychedelic Breakfast (Waters, Mason, Gilmour & Wright) 13:00
    a) Rise and Shine 4:29
    b) Sunny Side Up 3:49
    c) Morning Glory 4:42

Von dieser Geschichte gibt es eine zweite Variante, in der John Peel eine Rolle spielt. Der ehemalige BBC-Produzent Jeff Griffin war an jenem Abend im „Paris Cinema“-Studio der BBC. „John (Peel) las den ‚Evening Standard‘ und Roger schaute ihm über die Schulter“, verriet Griffin. „Peely sagte: ‚Na los, wie lautet der Titel dieses Artikels? Ich wette, du findest etwas in der Zeitung.‘“

Ebenfalls anwesend war Geesin, der darauf besteht, dass er es war, der Waters geraten hatte, in der Zeitung nachzuschlagen. „Ich sagte: ‚Dein Titel steht da drin.‘“ Und so war es auch. Waters blätterte durch die Seiten und blieb bei einem Artikel mit der Überschrift „Atom Heart Mother Named“ hängen, in dem es um eine 56-jährige Frau namens Constance Ladell ging, der ein radioaktiver Plutonium-Herzschrittmacher implantiert worden war.

„Roger sagte: ‚Das ist es! Atom Heart Mother!‘ – was überhaupt nichts mit der Musik zu tun hatte“, lachte Griffin. „Wir fragten: ‚Warum?‘ Aber die Band meinte: ‚Warum nicht?‘“

Zwei Tage später traten Pink Floyd als Headliner vor The Third Ear Band und Kevin Ayers’ Whole Wide World bei einem Gratiskonzert im Londoner Hyde Park auf. Sie spielten „Atom Heart Mother“ erneut zusammen mit dem John Alldis Choir und dem Philip Jones Brass Ensemble. Doch Geesin verließ unter Tränen den Saal: „Die Darbietung der Bläser war furchtbar.“

Quelle: Loudersound – The Atom Heart Mother Story

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert